
Über uns
Der Wiener Jüdische Chor ist eigentlich ein Volksliedchor. Wir singen Lieder, die in den jüdischen Familien von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Lieder, die in Israel am Lagerfeuer gesungen werden. Lieder, die den Widerstandskämpfern im Ghetto Kraft und Trost gegeben haben. Und Lieder, die von der großen Bühne des jiddischen Theaters auf die pfeifenden Lippen des Passanten übersprungen sind. Mit all diesen Melodien wollen wir heute wieder die Herzen bewegen.
Lieder sind für die Juden seit jeher wichtig: Beim gemeinsamen Musizieren wurde seit Jahrhunderten die Süße, vor allem aber auch die Schwere des Lebens ausgedrückt. Eltern gaben ihre Lieder an ihre Kinder weiter. Doch durch die Shoa wurde diese Tradition schmerzhaft und folgenschwer unterbrochen, ein großer Teil des musikalischen Schatzes ist mit den Juden Europas untergegangen. Seit nunmehr 20 Jahren trägt der Wiener Jüdische Chor engagiert dazu bei, diese Lieder wiederzuentdecken und mit neuem Leben zu erfüllen.

„Vider klingt a jiddish Lidl“
Roman Grinberg, der nach Lev Vernik, Oleg Berkovitch und Abraham Breuer seit 2002 den Wiener Jüdischen Chor leitet, pflegt enge Beziehungen zur internationalen Klezmerszene. So auch mit Musikern, die die Shoa überlebt haben und in deren Gedächtnis so manch verloren geglaubtes Lied bewahrt ist.
Einer von ihnen ist Arkadij Gendler aus Zaporozhe in der Ost-Ukraine, Komponist und Sänger, der zeit seines Lebens jiddische Lieder geschrieben und gesammelt hat. In seinem Lied „Zingt af Jiddish“, eine Komposition für den Wiener Jüdischen Chor, bringt er unser Ziel auf den Punkt: „Vider klingt a jiddish Lidl.“ Mit seiner in der Ukraine entstandenen Komposition “Viner Vals” schlagen wir die Brücke vom Ostjudentum nach Wien.

„Mit Harz und Gefil“
In den Chorproben und auf Konzerten im In- und Ausland lassen die Chormitglieder jüdische Lieder in ihrer gesamten Bandbreite erklingen. So verschiedenartig wie sein Repertoire ist auch der Chor selbst zusammengesetzt: Schon bei seiner Gründung vor 20 Jahren war es „den Smolkas“, dem Chorpräsidenten Timothy Smolka und seiner Frau Franziska Smolka, nicht zuletzt auch ihrer Tochter Eva, die die Idee für den Chor hatte, ganz wichtig, ihre offene Haltung zu leben und einen Beitrag zum interkulturellen Austausch zu leisten.
Beim Wiener Jüdischen Chor ist bis heute nicht wichtig, woher ein Mensch kommt und woran er glaubt. So singen Juden und Nicht-Juden zusammen, gebürtige Österreicher und Menschen, die im Lauf ihres Lebens nach Wien gekommen sind. Mitsingen darf jeder, der versteht, was mit „Harz und Gefil“ gemeint ist und ganz natürlich den richtigen Ton trifft – in der Musik und im Miteinander.
Konzert-Highlights
Wir singen alle unsere Konzerte mit Freude und Leidenschaft. Und auf manche Konzerte sind wir besonders stolz. Mehr …

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Zum Immerwiederhören!
A bissele Glik
Unser Jubiläumsprogramm ist online als CD und auf iTunes erhältlich.
Ose Shalom
Der Wiener Jüdische Chor unter der Leitung von Roman Grinberg, produziert vom ORF Wien, 2007.
Erhältlich im ORF Shop

Videos auf Youtube
Auf youtube.com/wjchor sehen Sie einige Konzertmitschnitte des Wiener Jüdischen Chors.

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